Erziehungsphilosophie

 
 


Vortsetzung





 

Für die Ersatz-Jagd mit dem Hund nutzt man ein Hilfsmitte, einen mit Futter gefüllten Leinenbeutel (Dummy). Dieser Beutel ist die Ersatzbeute für Ihren Hund den er mit ihnen zusammen auf ihr Signal hin erbeuten darf (apportieren). Am Ende der Jagd wird die „Beute geteilt“ und er darf seinen Teil aus dem Dummy fressen. Der langweilige Futternapf entfällt, und der Mensch hat seinem Hund eine artgerechte Nahrungsaufnahme ermöglicht. Der Jagdinstinkt wird nicht unterdrückt sondern darf ausgelebt werden in kontrolliertem Rahmen, in sozialem Kontext mit dem Menschen. Dies wiederum spricht den Sozialinstinkt des Hundes an, es fördert die Zusammenarbeit und schafft Vertrauen, da aus Sicht des Hundes der Mensch ihm lebenspraktische Fertigkeiten beibringt - Dinge die er lernen möchte und seinen natürlichen Veranlagungen entsprechen. Der Hund fühlt sich als Persönlichkeit wahrgenommen und verstanden. So wird der Mensch zentral für den Hund, und er wird sich gerne an ihm orientieren. Dem Hund sinnvolle Aufgaben seinen individuellen Bedürfnissen entsprechend zu ermöglichen, befriedigt den Hund und sorgt dafür, dass er sich als Teil des Rudels fühlt. Die Kommunikation von Mensch und Hund wird gefördert, und spielt eine wesentliche Rolle in der Erziehung und Beziehung mit dem Hund.

                             

Unsere Hunde sind ihrem Urvater Wolf in vielerlei Hinsicht noch sehr ähnlich, und sind mit ihren natürlichen Instinkten und genetischen Veranlagungen geboren. Die vier Instinkte die jeder Hund besitzt sind: Der Jagd instinkt, der soziale Rudelinstinkt,  der Territorialinstinkt und der Sexualinstinkt. Je nach Rasse verschiebt sich die Instinkt Veranlagung, das heißt, sie ist unterschiedlich ausgeprägt bzw. zeigt wo der Hund die meisten  Verhaltensmöglichkeiten innerhalb eines Instinkts hat.

Hundeschule, Hundepension, Hundebetreuung, Hundeberatung, Hundeerziehung, SKN Nachweis, Hundehotel in Geuensee, Luzern

Daher liegt es an uns  zu lernen, die Sprache des  Hundes zu verstehen, sein  Verhalten nachvollziehen zu  können und sich bewusst werden, was wir mit unserem Verhalten dem Hund gegenüber kommunizieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nahrungsaufnahme des Hundes natürlich zu gestalten. Jagen und Fressen gehören zusammen. Wissenschaftliche Untersuchungen an Zootieren belegen, dass es Frust erzeugt, wenn Nahrung nur hingestellt wird.

Das Zusammenspiel der einzelnen Instinkte jedes Hundes, seine Persönlichkeit und sein Körper bilden immer ein Ganzes. Sie dürfen nie getrennt voneinander betrachtet werden. Dies sollte uns im Zusammenleben mit unseren Hunden bewusst werden, als auch für die Erziehung  genutzt werden.


Das Zusammenleben von Mensch und Hund - früher und heute


Früher als der Mensch noch naturnah gelebt hat,  noch Jäger und Sammler war, waren Hunde noch ein wichtiger Bestandteil des Überlebens. Man hat sich die Sinnesleistung und die Instinkte des Hundes zunutze gemacht bei der Jagd oder zur Verteidigung des Territoriums. Beide haben voneinander profitiert und lebten in einer Symbiose. Als sich die Landwirtschaft entwickelte, brachte dies auch andere Aufgaben für den Hund. Der Mensch hat begonnen auf gewisse Eigenschaften beim Hund Wert zu legen, um Hunde heran zu ziehen die die gewünschten Eigenschaften überdurchschnittlich zeigten. Für die Aufgaben als Hüte und Hirtenhund, als Treibhund oder auch zum Herdenschutz. Dies war der Beginn der Zucht nach Funktion. Der Hund war noch immer Bestandteil des Überlebens. Mit der Industrialisierung sind auch diese Aufgaben für den Hund immer mehr weggefallen, und er wurde zusehends zum Freizeitobjekt. Der Hund war nicht mehr so wichtig für das Leben bzw. Überleben des Menschen. Man legte eher Wert auf das äußere Erscheinungsbild und der Hund hat  mehr einen sozialen und emotionellen Stellenwert für den Menschen bekommen. Er ist  Kumpel, Beschützer, Sozialpartner oder Kind Ersatz,  manchmal auch einfach Accessoire oder Status-Symbol.


Der Hund in unserer heutigen Gesellschaft hat meist keine Aufgabe mehr und ist somit „arbeitslos“.

                                                                                                                                               

So wie wir Menschen eine Aufgabe brauchen um zufrieden zu sein, neues lernen wollen um uns weiter zu entwickeln, so hat auch der Hund diese Bedürfnisse. Doch in der heutigen Zeit wird er oft auf den 2 Mal täglichen Spaziergang und die abendliche Pipi-Runde reduziert, und er hat einfach nur brav zu sein, wird zum Befehlsempfänger seines Herrchens. Seine Kommunikation, seine Bedürfnisse, und seine natürlichen Instinkte werden nicht erkannt oder sogar unterdrückt. Dadurch entstehen oft  Probleme für Mensch und Hund.


Ich möchte vermitteln wie man die Instinkte und die Bedürfnisse des Hundes für die Erziehung nutzt, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund verständlich machen, und aufzeigen wie man für seinen Hund eine sinnvolle Beschäftigungen im Alltag kreieren kann, die Mensch und Hund Spaß machen.